Sollte ich an Wettkämpfen teilnehmen? Was gibt es zu beachten, wie bereite ich mich vor?

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe sich an Wettkämpfen zu beteiligen. Die einen wollen sich zusammen im Team beweisen, für die anderen ist bspw. die Teilnahme an einem Marathon schon ein längeres, großes Ziel, für wieder andere ist es ‚mal wieder Zeit festzustellen, wo man eigentlich steht ,oder man möchte einfach wieder einmal versuchen, seine Bestzeiten nach oben zu korrigieren.

Vielfach gibt es gerade bei den Lauf- und Radwettkämpfen von mir sogenannte Sightseeing-Touren, bei denen man eher im langsamen Takt die Umgebung und zusätzlich das Anfeuern der Zuschauer genießt.

Auch die Anzahl der Wettkämpfe ist oft sehr verschieden. Einige von uns lassen keinen Wettkampf aus, andere, so wie ich beteiligen sich nur an eher wenigen, ausgewählten sehr schönen Wettkämpfen. Schöner Nebeneffekt, man hat auch immer gleich einen Formtest inklusive.

Wettkämpfe haben meist einige Dinge gemeinsam, zum einen verlässt man seine Komfortzone, wendet gesammelte Erfahrungen an, und die eigene Leistung wird nach offiziellen Standards gemessen. Wettkämpfe unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben. Meist sind die Wettkampfstrecken zumindest für den Zeitraum des Wettkampfes voll gesperrt, so dass man diese quasi mit Vollgas, ohne auf Ampelschaltungen etc. achten zu müssen, passieren kann. Bei vielen Veranstaltungen, wenn bspw. der Veranstalter nicht in der Lage ist, die Wettkampfstrecke voll zu sperren (Bsp. Triathlon XL am Müggelsee oder Spreewaldtriathlon), gilt auch hier die StVO und vorallem § 1 ;-).

Es gibt Wettkämpfe Halbmarathon, Marathon, Triathlon Mittel- und Langdistanz, die sollte man nicht unvorbereitet angehen. Denn sonst ist die Gefahr des Erlangens irreversibler gesundheitlicher Schäden oder im schlimmsten Fall eines Kreislaufkollaps mit Todesfolge nicht auszuschliessen. Wie auch zu Beginn Ihrer sportlichen Betätigung muss sich Ihr Körper, Stoffwechsel usw. erst an die längeren Ausdauereinheiten und den zusätzlichen „Wettkampfstress“, siehe bitte nächster Abschnitt, gewöhnen, muten Sie sich anfangs nicht zu viel zu, erarbeiten Sie sich gewisse Erfahrungen mit ihrem Körper, gewinnen Sie so Sicherheit in sich selbst.
Oft wirken bei einem Wettkampf zusätzliche, erschwerende Bedingungen, auf die man eingestellt sein sollte. und die man gerne einmal unterschätzt. Vor einem Wettkampf herrscht eigentlich immer eine gewisse Grundspannung, Nervosität und vielleicht auch Hektik. Wettkämpfe sind oft zeitig am Morgen, damit der Veranstalter, die Wettkampfstrecken wieder zügig für den öffentlichen Verkehr freigeben kann. Das ist der Körper eines normalen Berufstätigen oft nicht gewöhnt, denn dieser wird ja meist erst abends nach Feierabend gefordert. (Kleiner Tipp: Laufen Sie vor Wettkämpfen an 2-3 Wochenenden entgegen Ihrer Gewohnheit auch einmal am Vormittag los, damit sich ihre biologische Uhr sowie Ihr Stoffwechsel auf eine Belastung am Morgen einstellen können. Sie werden sich wundern, oft ist dann der gleiche Workout viel anstrengender, vor allem wenn Sie vielleicht noch, ohne vorher zu essen, mit leeren Speichern starten.)

Oft verzögert sich die vorher umfangreich geplante Anreise zum Wettkampfort doch noch, und die Zeit für die letzten Wettkampf-Vorbereitungen – Transponder-Chip befestigen, Wechselzone einrichten, letzten Riegel zu sich nehmen, Neo anziehen … – schmelzen auf ein Minimum dahin, auf einmal gerät man dann doch in Hektik / Stress. Man hatte ich vorgenommen, sich 10 Minuten einzuschwimmen, die Zeit dafür ist auf einmal weg, spätestens dann, wenn Sie feststellen, dass Ihr schon Monate ja Jahre akribisch vorbereite Plan aus dem Ruder läuft, entwickelt sich eine gewisse Nervosität, die sich ggf. auch negativ auf das Abrufvermögen Ihres Leistungsvermögens auswirkt. Höchstleistungen werden aus dem Kopf heraus erbracht, dort sollte kurz vor dem Wettkampf alles stimmen. Ihnen fehlt einfach noch die Wettkampfroutine und -gelassenheit, die man sich mit der Zeit aneignet. Meine Tipps: Bleiben Sie gelassen und ruhig wie möglich, diese Situation ist normal und ergeht in diesem Moment den meisten Ihrer Wettkampf-Kollegen gerade auch so. Besinnen Sie sich auf Ihre kontinuierliche Wettkampfvorbereitung, und dass Sie in der Lage sind, eigentlich zu jeder Zeit eine gute Performance abzuliefern. Wenn möglich, holen Sie Ihre Startunterlagen schon Tage vorher ab, und bereiten Sie zu Hause soviel wie möglich vor, dazu gehört bspw. das Startband vorzubereiten, Startnummern auf Helm und Rad kleben, Verpflegungstaschen, so weit es die Haltbarkeit zulässt, füllen, Luft aufpumpen … Vermeiden Sie beim Wettkampf, neue Einstellungen und neues Equipment zu testen, das geht ganz oft schief, weil das Ihr Körper meist nicht gewohnt ist. Essen Sie am Wettkampf-Tag, unmittelbar und auch an den Tagen davor das Gleiche wie sonst auch.

Gerade beim gemeinsamen Wasserstart beim Triathlon besteht gerade auf den anfänglichen Metern ein starkes Gedränge, lassen Sie sich ruhig ein paar Meter zurückfallen und ziehen in Ruhe in Ihrem gewohnten Rhythmos (Atmung etc.) Ihre Bahn. Das ist deutlich ökonomischer – Sie benötigen für die weiteren zwei Disziplinen noch genügend Körner. -, außerdem entweichen Sie so der Gefahr, dass Ihnen beim Kraulen unabsichtlich auf den Kopf geschlagen wird. Das führt dann ggf. zum Verlust der Schwimmbrille, und Sie sind auf einmal bei Ihrer Orientierung enorm behindert.

Zusammengefasst kann ich Ihnen also die Teilnahme an Wettkämpfen nur empfehlen, entscheiden Sie selbst, wozu Sie Lust und Laune haben.